DIE FRANZISKUS AKADEMIE STELLT SICH VOR
„Alles hat seine Zeit.“ (Pred 1,1-11) Wie die Zeit vergeht ... Sie halten den mittlerweile dritten Katalog der Franziskus Akademie in Ihren Händen - die Franziskus Akademie für Pflege – Kultur – Spirituali- tät ist eine kleine aber feine Akademie, die es sich zum Ziel gesetzt hat: Menschen, die sich mit Alten, mit Kranken, mit Pflegebedürftigen oder Sterbenden befassen, zu schulen und auszubilden mit einem ganzheitlichen Ansatz. Alles hat seine Zeit und jegliches Vornehmen unter dem Himmel seine Stunde. Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit; Pflanzen hat seine Zeit, und Gepflanztes ausreißen hat seine Zeit. Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit; Zerstören hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit. Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit; Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit. [...] Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit. Lieben hat seine Zeit, und Hassen hat seine Zeit; Krieg hat seine Zeit, und Friede hat seine Zeit. Diese biblischen Sätze bringt es knapp und markant auf den Punkt – alles hat seine Zeit. Natürlich ist es wichtig und selbstverständlich, dass hilfebedürftige Menschen gut gepflegt und betreut werden – aber was bedeutet dies eigentlich?
LEITBILD UND ZIELE DER AKADEMIE
Wir müssen lernen, den hilfebedürftigen Menschen als Menschen wahrzunehmen, der neben seinen körperlichen Bedürfnissen auch noch soziale, psychische und spirituelle Bedürfnisse hat, d.h. wir müssen lernen, dass wir alle Bedürfnisse, Ängste und Sehnsüchte hilfebedürftiger Menschen im alltäglichen Tun im Blick haben und dementsprechend handeln. Wir müssen lernen, dass wir nicht Dinge einfach „so“ für hilfebedürftige Menschen erledigen, sondern, dass wir sie unterstützen bzw. so Hilfestellungen geben, dass sie möglichst selbstbestimmt den eigenen Weg gehen können und dafür auch selber die Verantwortung tragen. Wir müssen lernen mit den Menschen wirklich zu kommunizieren – aufmerksam und sensibel dafür sein, was hilfebedürftige Menschen wirklich sagen oder auch nicht sagen bzw. nicht mehr sagen können. Nur dadurch können auch belastbare Beziehungen entstehen. Wir müssen lernen, wie wichtig die Privat- und Intimsphäre für den Menschen ist und wie wichtig die Gestaltung seines Umfeldes bzw. seines Lebensraumes – die Lebensqualität ist. Wir müssen lernen, dass wir die Würde jedes Einzelnen achten, d.h. ein rechtes Maß zwischen Freiheit und Sicherheit für die uns anvertrauten Menschen zu finden und zu bewahren. Wir müssen lernen, dass hilfebedürftige Menschen eigene Lebenskulturen haben. Dazu gehört: die Weltanschauung, das kulturelles Umfeld, die Sprache, die persönliche Geschichte, die Bildung, Interessen und die Religion. Wir müssen lernen, wie wichtig der Kontakt hilfsbedürftiger Menschen mit der Gesellschaft, dem familiären Umfeld evtl. auch mit Tieren ist. Wir müssen lernen, dass jeder Mensch – so individuell, wie er sein Leben geführt hat auch stirbt, d.h. für uns, dass wir das Leben vom Tod her verstehen müssen, dass wir dem Thema Tod und Sterben nicht aus dem Weg gehen. Wir müssen lernen, dass WIR, die Pflegenden, die Betreuenden, die Angehörigen auch auf uns selber zu achten! „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ (Mk 12,31) – Eigenliebe, ein gesunder Egoismus und ein gesundes Selbstbewusstsein sind wesentlich für einen dauerhaft guten und belastbaren Kontakt mit hilfebedürftigen Menschen.
IHRE ANSPRECHPARTNER
Vielfältig sind die Anforderungen, die an Pflegekräfte, an Betreuende und/oder Angehörige gestellt werden – vielfältig und bewusst auch außergewöhnlich ist daher auch unser Veranstaltungsangebot! Aus diesem Grund haben wir uns auch als „Wappentier“ die Eule ausgesucht, denn die Eule symbolisierte schon im alten Griechenland: Wissenschaft, Weisheit und Besonnenheit. Lassen Sie uns gemeinsam in angenehmer Atmosphäre und in kleinen Gruppen, bei sehr guter Verpflegung (denn das Brot ist schon auch wichtig!), voneinander und miteinander lernen – Sie sind uns herzlich Willkommen.
DIE EULE ALS SYMBOL
Eulen unterscheiden sich von anderen Vögeln durch die starr nach vorne gerichteten Augen. Da sie außerdem die Augenlider - wie wir Menschen - von oben nach unten über den Augapfel ziehen können, erscheint uns ihr Gesicht sehr menschlich. Die Eule fasziniert uns daher sehr. Da sie uns ähnlich ist, schreiben wir ihr einen Teil unserer eigenen Intelligenz und damit Weisheit zu. Die Eule wird daher häufig als Symbol der Weisheit mit Doktorhut und Talar oder auch auf Büchern sitzend dargestellt. Viele Schulen, Universitäten, Bibliotheken, Buchhandlungen und Buchverlage haben die Eule als Emblem gewählt. Auch die Redensart "klug wie eine Eule" hat hier ihren Ursprung.
Beschreibungen der Eule finden wir bereits bei Aristoteles, die erste wissenschaftliche Abhandlung bei Plinius. In Griechenland war die Eule gut angesehen und galt als Weisheitsvogel, ausgewählt von der Göttin Athene, der Beschützerin Athens und Göttin der Weisheit. Auf den griechischen Münzen war auf der Vorderseite der Kopf der Athene abgebildet. Als Wappenvogel zierte der Steinkauz mit Ölzweig und Mond die Rückseite der Tetradrachmen. Die Münzen wurde daher auch kurz "Eulen" genannt. Da Athen sehr reich war und eine Vielzahl dieser "Eulen" dort vorhanden war, heißt auch heute noch "Eulen nach Athen tragen" etwas Unsinniges tun. Die Eule war auch Beschützerin und begleitete Heere in den Krieg. Daneben symbolisierte die Eule in Griechenland auch Wissenschaft und Besonnenheit.
KRISTINA TOMAK Koordination und Anmeldung
STEFAN W. KNOR Dozent und Leitung der Franziskus Akademie
BRIGITTE SCHROEDER Dozentin
MARZENA JURA Dozentin
MELANIE JORDANS Leitung Fachbereich Soziales
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